12.07.2010     TuS besiegt Wormatia und Schweinehund

aktuell_2011_10Koblenzer gewinnen Test mit 2:1 – Zukunft von Musculus offen

Die extreme Hitze setzt auch TuS Koblenz zu. Das 2:1 (2:0) im Test bei Wormatia Worms wurde für den Fußball-Drittligisten vor allem zu einer Charakter-Probe.

Koblenz. Zwischendurch gewährte der Schiedsrichter sogar eine außerplanmäßige Pause, um die verschwitzten Trikots zu wechseln. Bei tropischer Hitze mit fast 40 Grad auf dem Rasen musste sich Fußball-Drittligist TuS Koblenz nicht nur mit Regionalligist Wormatia Worms, sondern auch mit den äußeren Bedingungen auseinandersetzen. Immerhin: Mit dem 2:1 verbuchte die Mannschaft von Trainer Petrik Sander einen Erfolg und untermauerte, dass sie körperlich auf der Höhe ist.

„Wir mussten den inneren Schweinehund überwinden“, gestand Neuzugang Thomas Klasen ein, „insofern war der Sieg schon wichtig fürs Selbstvertrauen.“ Vor rund 300 Zuschauern ging die TuS in der 22. Minute durch Lukas Nottbeck in Führung, Johannes Rahn erhöhte noch vor der Pause auf 2:0. Weil die Koblenzer in der zweiten Halbzeit trotz Überlegenheit etliche Großchancen ungenutzt ließen, mussten sie sich am Ende mit einem 2:1 begnügen, Andreas Feller traf in der 82. Minute zum Endstand.

Nicht zum Einsatz kam Angreifer Marcus Steegmann, dem nach wie vor Oberschenkelprobleme zu schaffen machen, auch Michael Stahl musste passen. Dem Mittelfeldmann wurden die Weisheitszähne gezogen. Eine weitere Personalie: In der Schlussviertelstunde durfte Angreifer Lucas Musculus noch einmal Werbung in eigener Sache machen, obwohl seine Zukunft in Koblenz nach wie vor offen ist. Der 19-Jährige hat zwar noch einen Vertrag bis 2012, spielt aber in den Planungen nur eine untergeordnete Rolle. „Wenn er einen Verein findet, würden wir ihn abgeben“, sagte TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos am Rande der Saisoneröffnung. Musculus hat zwischenzeitlich bei Borussia Mönchengladbach II und Borussia Dortmund II ein Probetraining absolviert.

Unterdessen hat der DFB die Anstoßzeiten der ersten vier Spieltage in der Dritten Liga festgelegt. Demnach startet die TuS am Samstag, 24. Juli, 14 Uhr, im Stadion Oberwerth gegen Rot Weiss Ahlen in die Saison, eine Woche später geht's ebenfalls samstags um 14 Uhr zum Aufsteiger VfR Aalen. Das nächste Testspiel bestreitet die TuS am Mittwoch um 18 Uhr bei Bezirksligist Spfr Herdorf.
 (sab)


Fans feiern Saisonstart

aktuell_2011_11TuS Koblenz hatte aufs Oberwerth eingeladen

Treue Fans: Davon hat die TuS Koblenz reichlich. Trotz Abstiegs in die Dritte Liga kamen die Anhänger des Vereins am Sonntag in Massen zum Fan-Fest und zur Saisoneröffnung aufs Oberwerth.

Koblenz. Aufbruchstimmung trotz Abstieg: Auch wenn die TuS Koblenz in der kommenden Saison „nur“ in der Dritten Liga spielt, bleiben die Fans dem Verein treu. Dies wurde gestern deutlich, als mehr als 1000 TuS-Anhänger zum Fan-Fest und zur Saisoneröffnung aufs Oberwerth strömten.

Bei einem Familienfest kamen hier alte und junge Fußballbegeisterte auf ihre Kosten und konnten ihre Stars hautnah erleben. Denn nach der offiziellen Vorstellung der Mannschaft baten die Spieler zur Autogrammstunde. Zuvor hatte auch TuS-Geschäftsführer Wolfgang Loos die euphorische Stimmung unter den Fans dankbar zur Kenntnis genommen: „Die Atmosphäre ist gut, trotz des Abstiegs“, freute sich Loos – und versprach: „Wir werden eine gute Saison spielen.“ Ziele wollte Loos derweil nicht formulieren. „Es geht zunächst darum, dass wir uns stabilisieren. Beim ersten Heimspiel sollen allerdings drei Punkte eingefahren werden“, fügte Loos hinzu.aktuell_2011_12

Bei der Vorstellung der Mannschaft präsentierte Moderator Mike Fuhrmann dann viele neue Gesichter. Der größte Applaus brandete allerdings auf, als Trainer Petrik Sander die Bühne erklomm, der offenbar bei den Fans die allergrößten Sympathien genießt.

„Der macht seine Sache gut“, bekundete etwa Dario (11) aus Dernbach im Kreis Dierdorf. Zusammen mit einer Gruppe des Fanclubs Lahntal Indians war der Junge aufs Oberwerth gekommen. Sich wegen des Abstiegs von seinem Lieblingsverein zu trennen, kommt für den jungen Fan nicht infrage: „Ich stehe weiter zur TuS Koblenz!“, bekundete Darius, ebenso wie Ingo Jacobi, ebenfalls von den Lahntal Indians und aus Maxsain (Westerwald) aufs Oberwerth gekommen. „Klar hätten wir es lieber gesehen, die TuS hätte die Liga gehalten. Aber der Abstieg ist kein Grund, dem Verein die Freundschaft zu kündigen“, so Jacobi. Eine Haltung, die sich übrigens auch in der Mitgliederzahl des Fanclubs niederschlägt. „Die ist nämlich in den vergangenen Monaten sogar noch gestiegen“, freute sich Jacobi. Während die jungen Familienfestbesucher vor allem die Hüpfburgen und Spielangebote nutzten – die Rhein-Zeitung etwa lockte zum Torwandschießen, mit einem Tischkicker und einer Buttonmaschine – wurde bei den älteren Besuchern natürlich auch über die Zukunft der TuS gefachsimpelt. Direkter Wiederaufstieg? Für viele Fans muss das gar nicht sein. Paul Benz, langjähriger Stadionsprecher und Ehrenmitglied des Vereins etwa meinte: „Besser ist, die Mannschaft festigt sich jetzt erst einmal. Erst konsolidieren und dann angreifen sollte die Devise lauten.“ Horst Schorn sieht das ähnlich: „Der Aufstieg sollte erst 2011/12 wieder angepeilt werden“, meinte der Fan aus Kettig unisono mit Werner Nallin aus Mülheim-Kärlich.

Annette Hoppen

Quelle Rhein-Zeitung 12.07.2010  http://rhein-zeitung.de